Der Backpacker-Luxus-Job || Neuseeland #038
16. Juni 2018
Hirsch gehäutet || Neuseeland #040
28. Juni 2018

17.06.

Wir haben einen letzten Sonntag auf unserem schönen Capingplatz. Erna, die Besitzerin hat uns angeboten, dass wir im August einen Monat auf den Campingplatz aufpassen – und kostenfrei dort wohnen können. Nettes Angebot – nur leider zu lang für uns, sind wir doch in der nächsten Zeit etwas verplant…

Neben dem schönen Campingplatz ist es auch unser letzter Abend mit Till. Dementsprechend haben wir die Autos fertig umgeräumt und alles sauber gemacht. Check!

18.06.

Montag. Es fühlt sich falsch und gut zugleich an, im Bett liegen zu bleiben. In genau dem Bett, aus welchem wir die letzten sieben Montage viel zu früh aufstehen mussten.

Morgen fangen wir dann auf einer Hirschfarm an zu wwoofen. Witzigerweise werden wir dort auf eine deutsche Backpackerin aus Frankfurt treffen. Lustig, wie klein die Welt ist!

19.06.

Dunedin. Meine Lieblingsstadt. Um den Blog Jugendfrei zu halten würde ich jetzt sagen: Die Landschaft ist schön, ich mag die Leute und und und. Fakt ist aber: Ich liebe Speights Bier. Aufmerksame Leser werden es an diesem Punkt schon gemerkt haben: In Dunedin braut Speights seit 1867 ihr Bier. Um es kurz zu machen:
Ich habe nun endlich meinen lang ersehnten Speights Pulli, sowie die schon seit längerem in meinem Koffer enthaltene Speights Weste. Bin nun vollends ein lebender Werbeträger.

Auf mir könnte ihre Werbung stehen. Konsultieren Sie mich für Preisvorschläge.

Gegen Mittag kamen wir auf unserer Wwoofing Farm an und konnten schon direkt kräftig mit anpacken. Neben Richard, unserem Gastvater, lernten wir auch direkt Sam, die Frankfurterin kennen, mit der wir in den nächsten Tagen viel Spaß haben sollten…

20.06.

Sam’s Humor ist grandios. Trifft genau unseren Geschmack, sodass es mega viel Spaß macht, mit ihr zu arbeiten. Richard ist zwar etwas zurückhaltender, aber auch mit ihm kann man seine Späße machen.

Ich muss die Tage jetzt nur noch schauen, wie ich ihm am besten erkläre, dass ich ein Ass bin was Traktor fahren angeht und ich mich dort am wohlsten fühle 😛

21.06.

Richard hat ein paar Felder mit Hirschen, die eine Autostunde von seiner Farm entfernt sind. Beim treiben der Hirsche auf andere Felder hat sich ein junger Hirsch umgebracht. Unfreiwillig wie wir schätzen. In einer Ecke hat er sich das Genick gebrochen, während die Masse an restlichen Hirschen über ihn getrampelt ist. Tragisch.

Auf dem Rückweg wurde mir ein lang ersehnter Traum erfüllt: Von der neuseeländischen Polizei angehalten zu werden. In dem Fall kam uns die Polizei entgegen, hat Richards Geschwindigkeit gemessen und für zu schnell erachtet, Blaulicht angemacht und gewendet.

Bevor ich das Spektakel allerdings richtig genießen durfte, war der Polizist schon wieder weg. Resultat: Das Knöllchen für’s zu schnelle Fahren (oder wie es Richard ausdrückte: Bin zu schnell den Berg runter gerollt) geht ihm in einem Monat zu. Unglücklicherweise hat der Polizist aber auch festgestellt, dass die Dieselsteuer abgelaufen ist. Oder wie Richard es ausdrückte: Hab letztens den Nissan neu gemacht. Muss die Autos wohl verwechselt haben.

22.06.

Aufgabe für heute:

Holz mit der Maschine spalten, die Hecke wieder gerade schneiden und den toten Hirsch ausnehmen, der seit gestern im Baum hängt.

Die Hecke ist jetzt mehr oder weniger gerade. Eher weniger. Das Holz ist gespalten und liegt mehr oder weniger ordentlich im Schuppen. Eher noch weniger. Und der Hirsch hängt immernoch im Baum: War zu kalt, um mit nackten Fingern im kalten Hirsch rumzuwühlen. Morgen vielleicht.

 

Anton Neubert
Anton Neubert
wurde 1998 in der Main Metropole Frankfurt geboren. Er liebt es zu reisen und zu fotografieren. Seit Anfang 2017 bloggt er über seine Neuseeland Reise und über verlassene Orte, welche ihn besonders in seinen Bann ziehen.

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