Datensicherung auf Reisen
4. März 2018
Scheiße. Alles scheiße. || Neuseeland #023
12. März 2018

Mit der Waffe auf der Arbeit || Neuseeland #022

01.03.

Auf einer Halbinsel mitten im Meer. Wir gönnen uns nacheinander splitterfasernackt eine eiskalte Dusche. Jule hat uns mit ihrem Nacktbaden angesteckt. Hihi.
Über uns ziehen verregnete Wolken vorbei. Ich überlege kurz, ob ich mich wirklich traue den Knopf zu drücken. Tief durchatmen: Gedrückt. Das eiskalte Wasser läuft über den Körper. Ich schäume mich mehrfach ein.

Okay. Die Regelduschzeit wäre zu Ende. Fertig geduscht wäre ich. Aber irgendwie genieße ich es, mitten in der Natur nackt zu duschen. Der Wind weht mir um den Körper. Ich drücke erneut den Knopf. Stelle mich einfach so unter das Wasser. Eiskaltes Wasser läuft von meinem Kopf über meinen Körper bis in den Abfluss. Ich merke wie mir kurz schwarz um die Augen wird. Ganz kurz. Ich merke, wie mein Kreisauf zu neuem Leben erwacht. Wow! Das tut gut!

02.03.

Ganz vergessen von unserem gestrigen Bewerbungsgespräch zu erzählen.
Wir fuhren mit gemischten Gefühlen zur Baumschule. Schließlich hatten wir noch nie ein “richtiges” Bewerbungsgespräch auf Englisch geführt. Elle, so hieß die Personalerin, bombardierte uns mit kritischen Fragen. Letzte Arbeitgeber? Warum aufgehört? War das mit denen so abgeklärt? Hat jeder von uns einen Führerschein?
Ihre Abschlussfrage gab mir dann aber den Rest:

“Wollt ihr den Job haben?”
– “Sehr gerne!
“Warum wollt ihr ihn haben?”

Trulla!!!!! Weil wir Geld brauchen und uns nichts schöneres vorstellen können, als in der ungeschützten Mittagshitze zu arbeiten. Man Man Man…

Das Telefon klingelt. Elle ist dran, von der Baumschule. Sie redet schnell und nuschelt. Ich verstehe nur die Hälfte. Reicht aber um zu wissen, dass wir den Job haben und später zur Einarbeitung vorbeikommen sollen.
Hört sich alles super an! Glaube das könnte ein echt cooler Job für die nächsten vier Wochen werden.

03.03.

Am Montag fangen wir an zu arbeiten. Sind heute erneut auf die Halbinsel gefahren und im Meer baden gegangen bevor wir uns am Strand mit Beachvolleyball auspowerten. Nur das anschließende Nacktduschen entfiel dann leider aufgrund einer zu hohen Anzahl an Kindern. Nicht dass man uns noch sittenwiedriges Handeln vorwerfen kann… 😉

04.03.

Bei einer unserer letzten Wanderungen ist uns eine schöne Brücke aufgefallen, die sich ideal für eins eignen würde: Brückenspringen!
Etwas höher als die letzte Autobrücke, schmal wie eine Fußgängerbrücke und im Wald versteckt. Also auf den Weg gemacht! Vor Ort haben wir uns dann, zum ersten Mal, das Wasser unter der Brücke angeschaut und etwas erschreckendes festgestellt: Das Wasser ist – wahrscheinlich – zu niedrig. Dass wir beim reinspringen den Boden berühren würden, steht außer Frage. Die Frage wäre nur, ob uns das restliche Wasser schnell genug bremst, um unbeschadet aus dem Wasser zu kommen.

Da wir letzteres nicht sicher bestätigen konnten, haben wir uns dazu entscheiden nicht von der Brücke zu springen. Bin ein bisschen traurig. Das wäre ein cooles Video in einer coolen Landschaft geworden…

05.03.

Huiiiii, erster Arbeitstag! Total entspannt. Fühle mich ein bisschen wie beim Paintball spielen. Ich schnalle mir einen Gürtel um. Am Gürtel hängt rechts eine coole Tasche. In dieser steckt eine Wasserflasche. Links am Gürtel hängt ein Lederholster. In diesem steckt eine scharfe Gartenschere.
Ich rüste mich mit mehreren Rollen “Tape” aus. Ich stecke mir ein paar in die Tasche. Zwei davon stecke ich mir auf meine Wasserflasche. So kann ich nachher schneller nachladen.
Ich greife in eine Kiste. Schnappe mir eine Packung Tacker Nadeln. Lasse diese in meine andere Tasche gleiten. Ich nehme jetzt die Waffe in meine Hand. Checke das Tape Fach. Noch genügend Tape vorhanden. Check. Lasse den Ladestift für die Tackernadeln aus der Waffe schnellen. Fülle eine Schiene Tackernadeln nach. Fixiere den Ladestift wieder.
Ich warte auf meinen Teamleader, um mich in den Kampf zu stürzen: GO!
Ich renne auf eine Reihe Bäume zu. Kleine, junge Apfelbäume. Ducke mich hinter diesen. Ziele mit meiner Waffe und … drücke den Auslöser! Siiiiiish. Getroffen! Der junge Apfelbaum ist jetzt mit dem Band und einer Tackernadeln an einen aus dem Boden ragenden Bambusstock gebunden. Ich gehe zufrieden weiter. Ich bin stolz auf meinen präzisen Schuss.

06.03.

Hihi. Ich perfektioniere mein Spiel. Ab und zu reicht mir meine Schusswaffe im Nahkampf nicht. Ich halte diese in der linken Hand während meine rechte an mein Holster schnellt. Ich ziehe die Schere, öffne diese geschickt mit einer Hand beim rausholen und schneide zwei Äste ab. Check! Mit dem Daumen sichere ich die Schere wieder und lasse sie mit einer lässigen Umdrehung zurück ins Holster fallen. Weiter geht’s!

 

Anton Neubert
Anton Neubert
wurde 1998 in der Main Metropole Frankfurt geboren. Er liebt es zu reisen und zu fotografieren. Seit Anfang 2017 bloggt er über seine Neuseeland Reise und über verlassene Orte, welche ihn besonders in seinen Bann ziehen.

4 Kommentare

  1. Marianne sagt:

    Kein Kommentar zu der Brücke. Es reicht, wenn die Finger ab sind.

  2. Jule sagt:

    Zuerst einmal…ja klar ich bin Schuld…außerdem sind nackt BADEN und nackt DUSCHEN ja wohl zwei völlig unterschiedliche Dinge! 😂 P.s wenn der nächste Blog Eintrag davon handelt das du 1/2 Finger weniger hast, oder diese an nem Baum getackert sind wäre ich nicht sonderlich verwundert 😋

    • Du bist IMMER Schuld Jule…?!?! Du hast uns trotzdem auf die Idee gebracht 😉

      Ja das ist mir klar 😀 Ne, die Fingerkuppe habe ich mir beim letzten Job schon halb abgeschnitten. Ist jetzt langsam verheilt. Muss nicht nochmal sein 😉

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