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Missraten || Neuseeland #059

06.10.

Gestern Abend habe ich mir einen ersten Eindruck von dem südlichsten Punkt unserer Reise, der Hauptstadt Wellingston, verschafft: Von unserem Übernachtungsplatz am Hafen in der Nähe des Flughafens, habe ich einen Spaziergang auf den Mount Victoria gemacht. Von dort ist die Sicht auf Wellington beeindruckend und der Fußweg bergab in die Stadt gut zu bewältigen. Ich bin stolz auf mich, dass ich alleine ohne Anton später am Abend den Weg zurück zu unserem Camper via Bus gut hinbekommen habe. Ja ich gestehe, ich habe unterwegs auf google.maps die Route verfolgt und wusste so, wann ich austeigen muss 😉

Der Morgen startet mit ausgiebiger Dusche im nahen Schwimmbad. Eine geniale Einrichtung, dass in Neuseeland für ca. 1,20 bis 1,80 Euro die Nutzung der Duschen angeboten wird.

Im Anschluss parken wir den Camper am Mount Victoria und Anton zeigt mir eine Schaukel in den Bäumen. Er macht es mir vor, aber auf Grund des steilen Hanges bin ich mir unsicher, ob ich es wagen soll. Ich lasse ein kleines Mädchen vor, bin aber noch immer nicht überzeugt, ob ich es wagen soll. Nachdem der Vater des Mädchens von einem seitlichen (besseren!) Standort die Schaukelaktion ohne Blessuren überstanden hat, lässt mich Anton nicht mehr ohne weitergehen. Wie viel “Spaß” ich dabein habe, könnt Ihr im folgenden Video sehen:

Wir laufen hinunter in die Stadt, kaufen gutes deutsches Brot und 2 Liter frisch gepressten O-Saft. Am Hafen stoppen wir, um uns einen leckeren Snack in einem der Street-Food-Camper zu kaufen und schlendern noch über einen Underground-Markt um Kleinigkeiten zu kaufen. “Man gönnt sich ja sonst nichts”, sind die Worte von Anton, die mich öfter begleiten werden… Gegen 17 Uhr verlassen wir Wellington um den Rückweg in Richtung Norden zu starten.

Wir übernachten in Wanganui am Fluss – es ist der einzige Fluss, der in Neuseeland beschiffbar ist.

07.10.

Ich starte den Tag mit meinem üblichen Erkundungsrundgang und stelle fest, dass die Stadt nicht viel zu bieten hat, außer einem kleinen Turm auf der anderen Flußseite. Eigenlich kann man sich den Aufstieg auf den Hügel ersparen, aber der Tunnel durch den Berg ist gesperrt. Von dort hätte mich ein Aufzug direkt in den Turm befördert, somit komme ich um den Frühsport nicht herum und muss den Berg mühsam über steile Treppenstufen erklimmen. Ich mache im Anschluss noch einen kurzen Rundgang durch das Städtchen bevor wir unsere Reise im Camper fortsetzen in Richtung New Plymouth. Auf halber Strecke taucht wie aus dem Nichts plötzlich der schneebedeckte Mount Taranaki (2.518 m) vor meiner Nase auf. Wir umfahren den Berg, in der Hoffnung auf gute Fotos, aber wie schon in allen Reiseführern erwähnt, zeigt der Berg selten seine schneebedeckte Spitze, sondern versteckt sich lieber in einer Wolke am sonst wolkenlosen Himmel.
Anton lockt mich in New Plymouth auf einen Felsen, der nur dank sicherem Halt an einer Kette erklimmbar ist, und verspricht von dort gute Aussichten auf den Berg, aber auch von dort, leider nur mit Wolke. Wir durchfahren die Stadt bis zum Meer. Hier hatte ein Architekt die brilliante Idee, eine Brücke in Form eines Fischskeletts so zu positionieren, dass beim Blick über die Brücke der zuvor beschriebene Berg im Hintergrund zu sehen ist. Grandios, aber Ihr könnt es euch denken: die Aussicht wie zuvor. In Ermangelung des Berges habe ich Model gestanden 😉

Wir fahren weiter über den “Forgotten World Highway”, der mich nicht enttäuschte. Atemberaubende Landschaft und unterwegs viele ausgebüxte Tiere mitten auf der Straße. Dank Anton’s Erfahrungen auf Logan’s Farm, haben wir auf unserer abendlichen Tour so nicht nur Kühe wieder auf Weiden gebracht, sonder auch Lämmer zurück zu ihren Müttern. An einem Aussichtspunkt in gottverlassener Umgebung dann ein zahmer wunderschöner Hahn. Keine Ahnung woher der an dieser Stelle kam, aber wir hatten unseren Spaß mit ihm, und ich glaube er auch mit uns.

Wir fahren die letzten Kilometer in dunkler Nacht durch die verlassene Gegend und übernachten auf einem Campingplatz in Manuni.

08.10.

Ich möchte gerne ein in Fels gehauenes Maori-Gesicht sehen, daher setzen wir unsere Reise fort zum Lake Taupo und leihen uns ein Kajak aus. Der Fels ist nur auf dem Wasserweg erreichbar und unzählige Touristenboote bieten Touren an. Wir lieben die sportliche Herausforderung und mieten das Kajak, um die Stelle in 75 Minuten über den See zu erpaddeln. Bei wunderschönem Wetter lassen wir uns bei Rückenwind zurück lieber treiben. So viel zur sportlichen Herausforderung 😉

Wir beenden den Tag in Taupo mit dem Besuch von BurgerFuel, Antons Lieblingsburgerladen in Neuseeland.

09.10.

Wir starten zum Tongario Nationalpark und sehen aus dem Auto immer wieder der schneebedeckten Berge im Hintergrund. Unser Ziel ist das Bergdorf Whakapapa, von wo aus wir eine Wanderung im Gebirge unternehmen wollen. Dort aber angekommen reizt es uns, der Straße wenige Kilometer weiter nach oben zu folgen. Zu unserem Erstaunen landen wir mitten im Skigebiet. WOW – was für ein Kontrastprogramm Neuseeland zu bieten hat. Der Anblick des Skigebietes ist für europäische Blickwinkel ungewöhnlich, so lässt es den alpinen Aprés-Skirummel vermissen (auf den ich gut verzichten kann), aber ungewöhnlich sind auch die Skipisten in karger Vulkansteinumgebung. Ich ärgere mich, dass mir nicht klar war, dass noch Ski-Saison ist. Es wäre eine Riesen-Gaudi gewesen, ein paar Stunden Ski zu fahren, aber dafür ist es am frühen Nachmittag nun zu spät. Ich begnüge mich mit einem Plastikschild, auf dem ich wenigstens einen kleinen Hügel hinunter rutsche.

Am Ende des Tages treffen wir Jule und ihren Freund Kester, um gemeinsam eine Naturbrücke zu durchlaufen, in der in der Dunkelheit unzählige Glühwürmchen an den Felswänden leuchten. Eine schöne Alternative in der Nähe der weitaus toruistischeren Waitomo Caves.

10.10.

Ich schaue mir das Naturspektakel nur einmal bei Tageslicht an, nur eben ohne Leuchten der Glühwürmchen, und bin immer wieder erstaunt, welche Naturschönheiten Neuseeland zu bieten hat.

Wir fahren nach Hamilton und treffen dort noch einmal auf Jule und Kester. Anton schießt ein paar Fotos der beiden Straßenmusiker. Wir schlendern gemeinsam durch den Botanischen Garten von Hamilton, bevor sich unseren Wege wieder trennen. Jule bringt das gemeinsame Auto in eine nahe gelegene Werkstadt für den WOF (TÜV), wir fahren weiter in Richtung Auckland und beschließen auf dem Weg nach Piha noch an Anton’s ersten Job in Neuseeland anzuhalten, einer Erdbeerfarm, um dort RealFruit Eis zu essen. Leider ist die Farm verschlossen: keine leckeres selbstgemachtes Erdbeereis, der hier gerade beginnenden Saison. Wir werfen in Anbetracht der Uhrzeit unseren Plan, zum Strand nach Piha zu fahren, über den Haufen, fahren weiter nach Auckland und finden einen Stellplatz am Hafen in Fußnähe der Innenstadt. Mit mächtigem Hunger machen wir uns auf den Weg zu Anton’s zweiten Lieblings-Fastfood-Anbieter: Dominos. Für alle die es, wie ich, zuvor nicht kannten: Ein günstiger Anbieter von Pizza-Hut. Wir schlendern zurück zum Camper entlang des Jachthafens, nicht ohne den Blick über unzählige tolle Jachten und Segelschiffe schweifen zu lassen.

11.10.

Wider Erwarten hat Anton am gestrigen Abend doch noch schöne Aspekte von Auckland gefunden und lässt sich auf einen erneuten Spaziergang durch die Stadt ein. Wir möchten in die nahe Fisch-Auktionshalle, stehen dort aber leider auf Grund von Renovierungsarbeiten nur vor verschlossener Tür. Schade – intensiver Fischgeruch noch vor dem Frühstück wäre bestimmt nett gewesen.

Da sich die 1,7 Millionen größe Stadt Auckland an der schmalsten Stelle der Nordinsel befindet, erstreckt sich die Stadt über viele kleine Inseln und Halbinseln. In anderen Metropolen fährt man Metro, hier fährt man auf Grund der geografischen Lage mit dem Boot von A nach B. Cool, wir wollen uns wie echte Auckländer fühlen und nehmen ein Boot nach Devenport einen schönen kleinen historischen Stadtteil, der uns eine gute Aussicht auf die Skyline von Auckland bietet.

In einer netten kleinen Passage entscheidet Anton sich spontan zum Barbier-Besuch. Der Laden ist leer und man könnte meinen, der Barbier würde sich über Kundschaft freuen, aber schon die Klärung der Frage nach Länge und Scheitelseite stellt ihn vor große Herausforderungen. Anton möchte kürzer, ansonsten liegen die Ansprüche weit unter den von uns Frauen. Der Barbier beginnt “enthusiastisch” mit seinem Werk, verwendet abwechselnd alle Aufsätze, so dass ich mich frage, warum er nicht gleich von Anfang an den kürzesten Haarschnitt genommen hat. Ich kann Anton’s Gesicht nicht erkennen, erahne aber an seiner Körperspannung, dass es nicht ganz so läuft wie er es sich vorgestellt hat. Ich frage nach ob ich Fotos machen dürfe, weil mir die Einrichtung des Ladens gefällt, aber selbst für die Fotografin ist dem Barbier kein Lächen zu entlocken. Er werkelt mit “wahnsinniger” Begeisterung an Anton’s Haarwuchs herum. Die Stimmung erreicht ihren Tiefpunkt beim Begleichen der Rechnung: Für 40 NZD hätte er anderen Ortes 2x die Haare geschnitten bekommen.

Auf der Rückfahrt versucht Anton mich davon zu überzeugen, heute Nachmittag noch zum Strand nach Piha zu fahren, in der Hoffnung unser letztes Vorhaben, Blokart-Fahren, umsetzen zu können. Aber da öffnet sich der Wolkenhimmel, wie noch nie in den letzten drei Wochen: Kein Strand-Wetter  – der Himmel scheint zu weinen, weil meine Zeit in Neuseeland morgen zu Ende gehen wird 😉

Jetzt kann ich Anton nur noch glücklich machen, indem ich freiwillig Zeit mit ihm in der Bücherei verbringe und den nächsten Blogbeitrag schreibe 🙂

Wir verlassen die Bibliothek. Noch immer regnet es. Wir erledigen letzte Einkäufe und kehren zurück zu unserem Stellplatz am Meer und treffen dort wieder auf Jule.
Das übliche Mutterprogramm erwartet mich, es ist wie im Alltag in Frankfurt: Kaum bin ich zu Hause angekommen erfolgt die Versorgung der Mannschaft. Kaum ist aufgegessen, verschwinden die erwachsen gewordenen Teenager und ich breche nach dem Abwasch alleine auf zu einem Spaziergang durch das nächtliche Auckland. So hatte ich mir meinen letzten Abend nicht gewünscht, aber wie heißt es so schön? Das Leben ist kein Ponyhof!

12.10.

Mein letzter Urlaubstag in Neuseeland endet unspektakulär mit Aufräumen des Campers und Verpacken aller Sachen. Das spektakulärste des Tages ist, dass es so regnet wie nie zuvor in den letzten Wochen hier. Was für ein Geschenk und schöner Urlaub.

Bei Rückgabe des Campers am Flughafen steht die Kilometerangabe auf 4250 km. WOW, ich habe gefühlt alles gesehen auf der Nordinsel. Vielen lieben Dank an Anton für die Reiseleitung, ich weiß es war nicht immer leicht mit mir.😘
Jetzt bleibt nur noch den Aufruf zum Einsteigen in den Flieger abzuwarten, dann liegen drei Wochen Urlaub auf der Nordinsel hinter mir 🙂

Sabine
Sabine
muss in ihrem Urlaub Anton's Arbeit übernehmen und ist zur Bloggerin geworden.

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