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Lost Place – Kühlmöbelwerk (1)

Eigentlich suchten wir eine verlassene Lokomotive. Der aktuelle Trend unter Urbexern. Gefunden haben wir dann aber ein Kühlmöbelwerk des Europaweiten Marktführers für Kühl- und Tiefkühlgeräte im Lebensmitteleinzelhandel. Später lösten wir dann noch einen Polizei Einsatz aus.

Wir hatten diesesmal gar nicht das komplette Equipment dabei, welches wir bei solch einem Ort eigentlich mitnehmen. Wir rechneten schließlich lediglich mit einem kurzen Fotoshooting einer Lokomotive im Wald. Als wir dem Taxi Fahrer die Adresse nannten, kam ihm sofort das ehemalige Kühlmöbelwerk in den Sinn. Das stünde wohl an dieser Adresse. Auf der Fahrt fragten wir ihn dann unauffällig noch ein wenig über dieses Gelände aus, bevor er uns in der Nähe davon absetzte.

Das seit 2006 verlassene, 10 Hektar große Gelände wurde nach dem verlassen zunächst von einer indischen Musical-Firma benutzt, bevor es der Bereitschaftspolizei als Übungsobjekt diente. Geübt wurde hier das Beherrschen von Demonstrationsanlagen. Nach dem Abzug der Polizei ging dann aber alles recht schnell. Grafittisprayer entdecken das Gelände für sich. Fensterscheiben gingen kaputt – eine nach der anderen. Und genauso sieht das Gelände heute auch noch aus: Wie eine Partystätte für Teenager. Von Bränden im inneren, über Kondome bishin zu den üblichen Zerstörungen fanden wir so ziemlich alles.

1996 übernahm Buche (Name der Firma geändert), welche als weltweit tätiger, deutscher Technologiekonzern mit Gas- und Prozessanlagen agiert, ein schweizerisches Kältetechnik-Unternehmen. Mit diesem zusammen erwirtschaftete Buche im Jahr 2003 mit über 6000 Mitarbeitern weltweit einen Umsatz von rund 866 Millionen Euro. Ein Jahr später wurde Buche Kältetechnik dann allerdings an ein US Unternehmen verkauft, sodass 2006 das Werk geschlossen wurde.

Heute laufen Pläne für neue Wohnsiedlungen, mit schicken Plätzen, einer Uferpromenade sowie einem Kindergarten. Die Planungen dafür sollen laut einem aktuellen Zeitungsbericht 2019 beendet sein. Ein anderer Artikel besagt jedoch auch, dass 2010 der Spatenstich sein sollte … Berliner Flughafen – wir kommen!

„Kurt, wir können es nicht ändern“

Dieser Schriftzug prangt in der Nähe der Kantine an einer Backsteinwand. Er stammt noch aus der Zeit, als das Werk geschlossen wurde. Kurt war der frühere Vorsitzende des Betriebsrats. Heute gibt es hier keinen Betriebsrat mehr. Die Gebäude verrotten vor sich hin – manche schneller – manche langsamer. Vandalen unterstützen diesen Prozess noch.

Den Tipp für die Lok bekamen wir ebenfalls von einem Urbexer. Eher die genaue Adresse. Im Austausch gegen eine Adresse von uns. So läuft das Geschäfft. Dass das jetzt nun keine Lokomotive, sondern ein 15 Fußball Felder großes Gelände ist, spielte uns natürlich nur noch mehr in die Hände und macht diese Adresse noch wertvoller.

Dass wir einen Lost Place besucht haben, welchen wir durch eine Adresse eines anderen „gekauft“, bzw. viel eher getauscht haben, ist nicht das einzig neue an diesem Blog. Auch hatten wir dieses mal einen Gaststar dabei. Seine Name ist Giv. Ein guter Freund von uns. Er interessiert sich auch für Lost Place. Und für Graffities. Deshalb haben wir ihn mitgenommen. Weil er sich Werke von anderen Sprayern anschauen wollte. Für seine Zeichnungen zu Hause. Um darüber seine Arbeit schreiben zu können. Dabei ist auch dieses tolle Bild entstanden. Vielleicht zeigt er uns mal einen Entwurf seines Designs auf Papier.

Zur prallen Mittagshitze machten wir uns dann auf zum höchsten Punkt auf dem Gelände. Dem Turm, von welchem auch das Titelbild entstanden ist und auf dem wir kurz pausierten. Nach unserer Mittagspause nahmen wir das Dach genauer in Augenschein; inspizierten es. Begaben uns abschließend zum Rand … was wir besser unterlassen hätten…

Unten hielt genau zu diesem Zeitpunkt eine Polizeistreife mit Blaulicht und Sirene an. Direkt auf der Brücke, welche über die benachbarten Gleise führte. Beide stiegen mit einem Megafon aus, und schauten zu uns hoch.  Es war offenkundig, dass wir gemeint waren.

Bevor wir uns dann jedoch genauere Instruktionen abholen durften, begaben wir uns recht zügig vom Gelände. Kein unnötiges Risiko eingehen. Auf Sicherheit spielen. Erst mal Essen gehen, währenddessen wir uns beratschlugen, ob wir unsere Tour in ein paar Stunden fortsetzen sollten. Schließlich hatten wir erst maximal die Hälfte gesehen. Unter anderem fehlten uns im großen Teil acht komplette Stockwerke, sowie noch die Kantine und weitere Trakte.

Da wir aber alle schon recht kaputt und verschwitzt waren, entschieden wir uns, eventuell ein anderes Mal wieder zu kommen. Und hier kommst du ins Spiel: Hast du Lust auf einen Zweiten Teil? Möchtest du mehr von dem Gelände und seiner Geschichte erfahren? Würde dich eventuell sogar ein Zeitzeugen Bericht interessieren? Die spannenden Büroräume mit den Schaltinstrumenten, den Keller, und die große Produktionshalle sehen, in welche laut Berichten ein Düsenjet locker parken könnte? Zeig es uns in den Kommentaren, und wir begeben uns für dich nochmal auf das von der Polizei bewachte Gelände!

Wie bei jedem Blog, habe ich euch auch hier wieder aussagekräftige Fotos mitgebracht. Till schnitt in Rekordzeit das Video fertig, um den Blog noch rechtzeitig online stellen zu können. Wir freuen uns auch hier wieder über deine Kommentare, und verabschieden uns bis zum nächsten Blog in Zwei Wochen.

 

Anton Neubert
Anton Neubert

wurde 1998 in der Main Metropole Frankfurt geboren. Er liebt es zu reisen und zu fotografieren. Seit Anfang 2017 bloggt er über seine Neuseeland Reise und über verlassene Orte, welche ihn besonders in seinen Bann ziehen.

4 Kommentare

  1. David sagt:

    Sehr informativer Blog. Cool geschnittenes Video. Bitte unbedingt einen 2. Teil!

  2. Uwe sagt:

    Auf jeden Fall einen 2.Teil.
    Ich liebe das 🙂

  3. Till sagt:

    Zweiter Teil muss kommen!!! War krass.

  4. Max sagt:

    Also ich fände einen zweiten Teil sehr spannend. Super geschriebener Text und klasse Fotografien.
    Kannst du dazu mal einen Blog machen, mit welchen Einstellungen du solche Orte fotografierst?

    Viele Grüße,
    Maximilian

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