Lost Place – Militärareal
5. April 2017

Lost Place – Kreiskrankenhaus

Was für ein riesiger Lost Place! Wir hatten ja schon geahnt, dass es kein kleiner Ort ist, auf dem Gelände ist uns dann aber erst mal die Kinnlade runter geklappt. Das verlassene Kreiskrankenhaus, welches mitten in Deutschland steht, ist wirklich nicht klein. Auf den 30.000m² stehen verschiedene Gebäudekomplexe. Vom Hauptgebäude, über die Verwaltungsgebäude, bishin zum Wohngebäude für die Krankenhausmitarbeiter. Eben alles was man für den Krankenhausalltag benötigt.

Das Gelände an sich ist schlecht gesichert. Zwar umschließt ein neuer, recht Hoher Zaun das Grundstück an der Vorderseite, dieser endet aber auf der Rückseite des Geländes in einem einfachenen Bauzaun. Bei unserer Ankunft wussten wir noch nicht, was uns erwartet. Die komplette Verwüstung? Im Gegenteil. Obwohl das Gebäude schon seit 2014 leer steht, hat kaum eine Person den Weg ins Innere gefunden. Somit ist kaum etwas verwüstet oder zerstört. Lediglich die komplette Einrichtung wurde (leider) mitgenommen. Vereinzelt wird das verlassene an vielen Stellen sehr deutlich, an denen sich eine dicke Staubschicht auf dem Boden abzeichnet, oder noch Wasserflaschen einer französischen Marke mit dem Ablaufdatum von 2014 rumstehen. Im Keller des Haupttraktes findet man sogar noch einen verwelkten Blumenstrauß. Wer weiß wer jemand hier den Antrag gemacht hat…

 

Mit dem Bau dieses Krankenhauses begann man 1902. Gerade mal 64 Betten umfasste das damalige Hauptgebäude. Zusätzlich gab es noch ein Verwaltungsgebäude, eine Isolierstation, sowie ein Leichenhaus. In den Jahren 1912 bis 1941 wurde das Krankenhaus um verschiedene Bereiche, wie zum Beispiel einer Krankenpflegestation, die Röntgendiagnostik oder auch um die Innere Medizin erweitert. Ab dem zweiten Weltkrieg stieg die Nachfrage dann rasant an. 1941 wurde ein komplett neues Gebäude, der A-Trakt, eingeweiht. Knapp zehn Jahre später konnten schon 335 Betten bei 151 Mitarbeitern gezählt werden. Ab den letzten größeren Umbauarbeiten 1977 konnten 520 Betten angeboten werden. Die insgesamt 587 Angestellten arbeiteten in verschiedenen Abteilungen, von der Abteilung für Nuklearmedizin, über Intensivmedizin bishin zur Psychikalischen Therapie konnte alles behandelt werden.

Als wir uns auf dem Gelände befunden haben, haben wir verschiedene Gebäude gesehen, die uns einen Einblick in den damaligen Alltag gegeben haben. Von Schlafräumen, einer kleinen Kirche, der Notaufnahme oder dem Schwimmbad, durften wir vieles bewundern. Besonders angetan hat es uns aber eine der Cafeterien. Diese ist im Haupttrakt auf der obersten Etage mit vielen Fenstern ringsum so angeordnet, sodass man beim Frühstück den Sonnenaufgang bewundern konnte. Genau diesen, den wir vom Dach aus auf uns wirken lassen konnten. Und da wir uns dann gerade schon auf dem Dach befunden, ließen wir es uns nicht nehmen, die kleinen Technikräume zu erkunden. Die doch sehr einfach aussehende Technik der Aufzüge ließ uns ein wenig verwundern, sodass wir uns einig waren, die Aufzüge gar nicht mehr erst auf ihre Funktionalität zu prüfen.

Ich habe euch ein paar Bilder mitgebracht, welche ihr euch in der folgenden Galerie anschauen könnt. Ich hoffe sie gefallen euch 🙂 Über ein Kommentar oder eine Bewertung freue ich mich sehr. 😉

 

Anton Neubert
Anton Neubert
Anton Neubert, Jahrgang 1998, ist nebenberuflich als Fotograf tätig. Neben den Fotografien sucht er regelmäßig verlassene Orte auf, um über sie etwas für seine Nachwelt zu berichten. Dabei legt er größten Wert auf die Unversehrtheit eines solchen Ortes, getreu dem Motto: "Hinterlasse nichts als Fußabdrücke, und nehme nichts mit außer guten Fotos".

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.