Lost Place – Schwimmhalle
14. September 2017
Die letzten Vorbereitungen || Neuseeland #002
14. Oktober 2017

go2know

Eine im Wald versteckte Militärstadt. Schon damals für DDR-Bürger absolutes Sperrgebiet. Genauso wie die Verbotene Stadt für Chinesen in Peking. Hier aber; eine riesige Geisterstadt – versteckt im Wald. Bewacht von Lenin…

Schon beim Einfahren in die Stadt werden schnell die militärischen Grundzüge deutlich. Die ehemaligen Unterkünfte der Soldaten sind heute größenteils zu Wohnungen umgebaut worden. Trotzdem stehen die Häuser umgeben vom alten Kopfsteinplaster in einer Anordnung, die klar werden lässt: Das hier war früher Militärgebiet!

Fast überall sehen wir im Vorbeifahren verlassene Häuser. Unser Ziel hatten wir jedoch noch nicht erreicht. Wir suchten die Haupthäuser, das Offiziershaus und jene Unterkünfte, die noch nicht zu Wohnungen umgebaut wurden.

Unser Auto parkten wir dann neben einer Mauer. Verfallene Hallen ragten hinter dieser hervor. Ein Blick um die Ecke – und wir sahen verfallene Fahrzeughallen, welche allerdings notdürftig geflickt waren. Bauzäune sperrten die „neuen“ Hallen ab. Alte Autos und Schrottteile standen davor…

Um unser bis dato schon mulmiges Gefühl noch zu bekräftigen, fuhren wenig später zwei ältere Luxuskarossen vor und verschwanden auf mysteriöse Weise hinter den Hallen… Da wir dem ganzen nicht näher auf den Zahn fühlen wollten, begaben wir uns zu den wirklich verlassenen Fahrzeughallen.

Während wir noch auf eine solche zu liefen, verschreckten wir ein junges Reh-Kids, welches panisch die Flucht ergriff. Ich muss zugeben, dass ich ein mulmiges Gefühl hatte. Schließlich treten Jungtiere oft nur in Verbindung mit einer dann agressiven Mutter auf… Dem war aber zum Glück nicht so.

Schnell weiter.

 

Geschichte

Unser Lost Place war schon zu „Kaiser’s Zeiten“ ein wichtiger Militärstandort. Im Jahre 1910 wurden hier die ersten Militärgebäude errichtet. Während des ersten Weltkriegs wurden hier bis zu 30.000 Kriegsgefangene interniert. Die meisten davon, wurden dann ermordet.

Im Laufe der Zeit wurde der Standort immer weiter ausgebaut. Unter dem Naziregime entstanden Kasernen und Bunkeranlagen von enormen Ausmaße. Während des zweiten Weltkriegs war hier das Oberkommando des Deutschen Heeres untergebracht.

Nach Kriegsende quartierten sich die Russen in unserem Lost Place ein. Sie bauten diesen immer weiter aus, da der Standort für sie strategisch sehr wichtig war. Es kamen Kasernenanlagen, Wohnblocks, Bäckereifabriken, Kaufhäuser, Geschäfte, ein Krankenhaus und sogar eine direkte Eisenbahnlinie nach Moskau, mit täglich verkehrenden Zügen, hinzu. Es entstand somit eine große, Russische Stadt mitten in Deutschland, die am Ende knapp 60.000 Russen beherbergte. Ihnen war Kontakt mit der Deutschen Bevölkerung strengstens verboten!

Nach dem Mauerfall verabschiedeten sich immer mehr Russen. Der damalige Generaloberst schwamm wohl noch am Tage seiner Heimreise einige Runden im Schwimmbad, bevor auch er 1994 zurück ging.

Trotzdem hängen noch heute in manchen Gebäuden mutmaßliche Kriegsstrategien – wie hier auf dem Bild zu erkennen ist. Eine interessante Vorgehensweise… 😉

Heute kann man Fototouren bei go2know buchen – die Kontaktdaten findet ihr ganz oben in der Box. Es ist definitv einen Besuch wert!

 

Viel Spaß beim anschauen der Bilder und des Videos!

 

 

Anton Neubert
Anton Neubert

wurde 1998 in der Main Metropole Frankfurt geboren. Er liebt es zu reisen und zu fotografieren. Seit Anfang 2017 bloggt er über seine Neuseeland Reise und über verlassene Orte, welche ihn besonders in seinen Bann ziehen.

1 Kommentar

  1. Nicole sagt:

    Sehr informativer Blog. Wusste gar nicht dass es mal eine so große Stadt in Deutschland gegeben hat.

    Bitte weiter so 🙂

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