Der Autounfall und die Hirschjagd || Neuseeland #027
6. April 2018
[Urteil] Ich habe geschossen!! ? || Neuseeland #029
19. April 2018

07.04.

Logan hat uns in einen örtlichen Pub eingeladen. Sehr cool! Eigentlich… Was mir ein wenig sehr sauer aufgestoßen ist? Findest du in meinem Facebook Profil am 7. April

08.04.

Ein beschissener Tag. So halb zumindest. Ich habe den Melkstall der Kühe gesäubert. Und wer schon mal mit einem Kärcher versucht hat, Dreck von Wänden & Böden zu spritzen, weiß, dass man ziemlich nah rangehen muss. Und was ist mit dem nah rangehen verbunden? Richtiiiig! Das, was du gerade abspritzen willst, kommt zu dir zurück. Bumerang Effekt.

So kam es also, dass ich am Ende des Arbeitstages mit Kuhscheiße/-Urin und Matsch vollgespritzt war. Dazu kommt natürlich noch das Wasser vom Kärcher und das Wasser von oben, als ich die äußeren Wände gesäubert habe.

Das schöne ist aber hier, dass es dir irgendwann egal ist. Nach der ersten halben Stunde zog ich dann sogar meine Handschuhe aus, dachte mir nur noch: “Fuck it!” und hatte sogar fast schon Spaß.
Bis mir etwas braunes in den Bart flog. Da hörte der Spaß auf…

09.04.

Bin den ganzen Tag nur Traktor gafahren. John Deere, mit Frondlader und starken 280 PS! Habe zwar offiziell keinen Führerschein für diesen großen Traktor, aber pssssst. Fahre sowieso kaum auf öffentlichen Straßen. Also … fast nicht 😉

10.04.

Ein Regentag. Also frei gehabt. Haben den ganzen Tag mit Logan und Charli Karten & Billiard gespielt und gegessen, bevor beide dann für einen Shoppingtag in die Stadt gefahren sind.

Till und ich sind abends noch mit dem Pick-Up von dem nächsten Dorf nach Hause gefahren, als wir eine Kuh am Straßenrand erspähten. Könnte eine unserer Kühe sein, sodass wir sie effektiv mit dem Suchscheinwerfer wieder zurück ins Gehege getrieben haben. Sind inzwischen jetzt schon Profis! 🙂

11.04.

5:45 Uhr. Der Wecker klingelt. Wir fangen heute ausnahmsweise mal schon um 6:30 Uhr an zu arbeiten. Müssen die Kühe über den Highway treiben und danach melken. 482. Check!

Ich fahre mit Logan jetzt die Kühe wieder zurück treiben und andere Kühe auf eine andere Weide lassen bevor es zurück zum Mittagessen und Kartenspielen geht.

Es ist wieder so weit. Ich lade mit dem Frontlader des Traktors meinen Anhänger um wieder auf die Felder fahren zu können und diese zu düngen, bzw. Grassamen aussähen zu können. Ich liiiiebe es. Die letzten zwei Stunden wollte ich mir meinen Arbeitsplatz dann angenehmer gestalten und habe mir Getränkedosen mit genommen. Powerbank sowie ein AUX Kabel. Zwar ist der Radiosender echt cool, aber wenn ich mir meine Musik selbst aussuchen kann – warum nicht. Das coolste daran ist aber nicht die Musik, sondern dass das rote Kabel von der Decke hängt und bei jedem Hügel mitwippt. Es sind die kleinen Dinge…

Was ich da für eine coole Jacke habe? Habe ich mir von Logan stibitzt. Meine Fleecejacke hat Feuer gefangen. Weil … ich sie über den Ofen gelegt habe. Wollte sie eigentlich nur nett anwärmen. Trottel…

12.04.

Ich spüre das Blut an meinen Händen. Noch zwei Stunden später als der Hirsch gefallen ist. Was ist passiert?

Achtung: Detaillierte Schilderung einer Hirschjagt. Falls du dir das nicht durchlesen möchtest – der Blog ist danach zu Ende 😉

Logan und ich sind wieder zum jagen rausgefahren. Es kat keine 10 Minuten gedauert bis wir den ersten Hirsch erspähten. Logan gab mir den Suchscheinwerfer in die Hand, bat mich weiter dem Hirsch in die Augen zu leuchten während er das Gewehr anlegte. Ich hatte bis dato noch keine “Waffenerfahrung”. Wahrscheinlich deswegen zuckte ich etwas zusammen, als neben mit ein ohrenbetäubender Knall losging und ich in meinem Augenwinkel einen Feuerball vernahm.

Die zwei Augen am Feldrand leuchteten immer noch. Bewegten sich jetzt ein paar Schritte, bevor sie wieder stehen blieben. Logan legte das Gewehr erneut an … und … schoss. Die Augen senkten sich jetzt ein bisschen und ich hätte schwören können das der Hirsch gefallen sei. Strammer Bursche!

Ich blieb beim Pick-Up um mit dem Suchscheinwerfer weiter auf den Hirsch leuchtete. Logan schnappte sich zum Gewehr noch ein Messer und marschierte über das Feld. Ich hörte einen dritten Schuss und sah die Augen schlussendlich erlischen. Später erzählte mir Logan, dass der Hirsch selbst nach dem dritten Schuss noch gestanden hätte.

Er rief mich dann zu sich. Bei ihm angekommen hatte er dem Hirsch schon die Kehle durchgeschnitten. Die schwarzen Augen schauten mich traurig an und ich bekam ein kleines schlechtes Gewissen. Und erst jetzt wurde mir bewusst, dass ich diesen Hirsch wahrscheinlich gleich anfassen und tragen muss. Super.

Logan nahm wieder sein Messer und schnitt dem Hirsch sein Genital mit den Worten “Das braucht er eh nicht mehr” ab. Dann schnitt er den Bauch auf und holte die kompletten Innereien raus. Ich assestierte ihm in dem ich immer ein Bein hochhielt und es wegzog. Was verdammt schwer war!
Ein kurzes Würgegefühl überkam mich – konnte es aber noch zurück halten und sprach Logan meinen Respekt aus, dass er seine Hände einfach so in den Körper stecken könne.

Zusammen hievten wir den Hirsch dann auf die Ladefläche vom Pick-Up. Ich oben am Geweih ziehend und Logan unten schiebend. Auf der Rückfahrt versprach er mir dann noch einen Schnaps auf unseren Fang. Und dass wir morgen selbst mal Tontauben schießen könnten. Schrotflinte, Pistole und Gewehr.

Anton Neubert
Anton Neubert
wurde 1998 in der Main Metropole Frankfurt geboren. Er liebt es zu reisen und zu fotografieren. Seit Anfang 2017 bloggt er über seine Neuseeland Reise und über verlassene Orte, welche ihn besonders in seinen Bann ziehen.

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