Unsere Estima Gang || Neuseeland #024
17. März 2018
Adé du geregelter Tagesablauf || Neuseeland #026
31. März 2018

18.03.

Ich weiß nicht ob ich lachen, oder weinen soll. Dass wir seit über einem Monat mindestens 5 Tage in der Woche im McDonald’s für ein paar Stunden sitzen, ist klar. Dass ich mittlerweile die Schichtpläne der Mitarbeiter kann, auch.
Jetzt aber haben wir es geschafft mitten in einem McDonald’s Team Meating zu sitzen! 80% der Tische sind von Mitarbeitern besetzt, wir mittendrin, machen so ungefähr die anderen 10% aus.

Um ein paar Informationen zu leaken: McDonalds’s wird sich komplett verändern! In Australien hat diese Veränderung schon bekommen, hier wird sie auch bald ankommen.
Mehr hat er leider nicht erzählt, aber wir bleiben dran! 🙂

Alter! WIR BERICHTEN JETZT LIVE: Während ich das hier gerade schreibe hat er die krasseste Ankündigung gemacht! Ab jetzt wird immer eine Person an der Tür stehen, die Kunden begrüßen & verabschieden. Ein anderer Angestellter geht von Tisch zu Tisch und fragt ob alles ok ist.
Entwickelt sich McDonald’s jetzt so zum “richtigen” Restaurant? Wir bleiben dran!

19.03.

Ein teurer PickUp fährt auf das Feld. Paul ermahnt mich, mich zu benehmen. Pff. Als müsse er mir das extra sagen… Der, der gerade kommen würde sei ein wichtiger Chef. Ob Paul den Anschein macht, als hätte er Angst? JA! Ob mich das ganze groß stört? Nein! Ob der PickUp direkt neben mir hält, mein Name gerufen wird und ich jetzt ein bisschen anfange Angst zu bekommen? Vielleicht…

Er wolle mir mitteilen wie ich arbeite. Finde ich grundsätzlich super! Ich käme immer püntklich, würde nie einen Tag krank sein und auch immer pünktlich wieder aus der Pause gehen. Ich wiederspreche ihm am besten gar nicht. Er scheint nicht zu wissen, dass ich vor ein paar Tagen verschlafen habe. Oder ich grundsätzlich 15 Minuten länger pausiere weil sich mein Vorarbeiter Paul gerne Zeit lässt und sich in Schwätzchen vertieft.

Der PickUp fährt vom Feld. Paul klopft mir auf die Schulter. “Well done!” Neben meiner Pünktlichkeit wurde unter anderem auch meine Schnelligkeit und Gründlichkeit gelobt. Es gab nichts zu beanstanden. Ha! Haha! Und Paul hatte schon Angst. War doch ein ganz netter Mann… 🙂

20.03.

Lange können wir nicht mehr arbeiten. Unser aktuelles Feld sei wohl das letzte. Die Gerüchte streiten sich. Die einen behaupten wir bräuchten mindestens bis Ende der Woche dafür während sich andere sicher sind in einem Tag fertig zu sein. Mal sehen…

21.03.

Die Arbeit würde jetzt also am Dienstag enden. Uns wurde aufgrund unserer Arbeit allerdings eine Verlängerung angeboten. Quasi bis Ende November. Überlegen uns das ganze jetzt nochmal…

22.03.

Es regnet. Ganz viel. Normalerweise müssten wir jetzt also zur Zentrale der Baumschule fahren, um zu fragen ob es Arbeit gibt. So die Vorschrift. Wir haben jetzt vier Möglichkeiten:

  1. Hinfahren und schauen ob es Arbeit gibt
  2. Hinfahren und Bescheid geben dass wir nicht arbeiten wollen
  3. Uns am Telefon krank melden
  4. Einfach nicht erscheinen. Dürfen zwei Tage unentschuldigt fehlen

Jup. Haben uns irgendwann kurz vor knapp für…Trommelwirbel…letztere Option entschieden. Um kurz nach 8 wurden wir dann penetrant von unserer Chefin angerufen. Sind aber nicht rangegangen. Später kam dann eine SMS, ob es uns denn gut gehen würde, sie können verstehen dass wir nicht zur Arbeit gekommen sind, aber wir sollen uns doch mal bitte asap melden.

Hallooooo?! Wir hatten das so verstanden dass bei Regen nicht gearbeitet wird!! 😉

23.03.

Neuer, Tag – selbe Situation. Nur dass wir uns diesmal, dummerweise, für Option 2 entschieden haben. So kam es also, dass wir bettelnd, fast schon flehend einen freien Tag wünschten. Nachdem ich erst eine Absage kassiert hatte, versuchte es Till nochmal. Gleiches Ergebnis…

Ich bin zufrieden und angepisst. Im wahrsten Sinne des Wortes… Zwar ist alles matschig, nass, kalt und meine Hände frieren ab, dafür habe ich es geschafft beim rückwärts fahren mit der Front vom Auto perfekt zu driften. Nenn mich ruhig Gott. Oder Ken Block. Kommt auf’s selbe raus…

24.03.

Haben Nicole von der Arbeit mit ihrem Zelt eingepackt und sind zum Abel Tasman Nationalpark gegangen, um dort eine Wanderung zu machen. Und was soll ich sagen: Wir haben den für uns bisher schönsten Strand Neuseelands entdeckt!
Der Weg war aufgrund des schlechten Wetters der letzten Tage zwar eigentlich mehrfach mit “DANGER” und “IMPASSABLE” gekennzeichnet, wir haben uns davon aber natürlich nicht abschrecken lassen. Sind ja schließlich keine Großstadtjungs 😉
Und bis auf einen umgestürtzten Baum auf dem Weg, den wir easy umklettert haben, gestaltete sich der Weg auch nicht als sonderlich schwierig. Die Neuseeländer haben vielleicht Probleme…

25.03.

5:30 Uhr. Der Wecker klingelt. Till dreht sich mit einem genervten “Maaaaan” auf die andere Seite. Ich bin hellwach. Schaue auf mein Handy. Checke das Wetter, die Gezeiten, unsere Route sowie eventuelle Warnunge… Ach scheiße: Eigentlich bin ich einfach Handysüchtig und musste WhatsApp/Facebook/Instagram und meine Mails checken. So. Es ist inzwischen kurz nach 6 Uhr. Es ist stockdunkel.
Ich öffne die Schiebetür. Rufe Nicole, in der Hoffnung dass sie schon wach ist. Ich vernehme ein leises “Jaa”. Gut – mehr oder weniger wach. Ich steige aus, ziehe mich an. Alle anderen Camper schlafen. Till & Nicole vielleicht auch noch irgendwie, sodass wir erst um 6:30 Uhr vom Campingplatz rollen.

Langsam wird es Zeit! Ich schalte zum Fernlicht noch die Nebelscheinwerfer ein, bretter die Schotterstraße runter. Werde im Sitz hin- und hergeworfen. Es ist jetzt kurz vor 7 Uhr. Ich parke das Auto auf dem Parkplatz. Sehe den Berg im Hintergrund leicht gelb schimmern… Es wird Zeit!

Halb im dunkeln joggen wir fast schon über Weiden und durch Wälder zum Strand. Fallen in unserer Geschwindigkeit die Dünen fast schon runter um… am Strand festzustellen, dass der angeprisene Sonneaufgang HINTER uns liegt. Super. Fast könnte schon schlechte Stimmung aufkommen.
Ich genieße es aber in der morgendlichen Brise zu sitzen. Höre Seelöwen heulen. Und bemerke wenig später, dass es sich doch lohnt Fotos zu machen. Ein klasses Farbspiel!

Nun wollen Till & ich den Heulern aber doch auf den Zahn fühlen. Ich montiere mein Teleobjektiv und mache mich auf die Suche nach ein paar Seelöwen. Habe mich vorher natürlich informiert, dass die Biester verdammt gefährlich und schnell sein können. Ich vertraue aber in meine Sprintfähigkeiten und wate durch das Wasser. Erspähe einen Seelöwen, der für ein Foto aber zu weit entfernt ist. Probiere es trotzdem und gehe näher ran. Tiefer ins Wasser.
Mir ist ein bisschen mulmig zu mute. Ich stehe bis zu den Knien im Wasser und warte nur so auf die Seelöwen Mama, die mit offenem Maul durch die Wellen direkt auf mich zurennt. Kommt aber nicht. Glück gehabt.

Ich bin noch nicht zufrieden. Will näher an einen Seelöwen. Will mich direkt davor setzen können. Also gehen wir den Strand entlang zu einer Höhle, von wo aus wir den ersten Heuler vermuteten. Wir gehen direkt an einer Felswand entlang. Neben uns einige Grasbüschel. Plötzlich hebt sich keine paar Meter vor uns ein Kopf.

Ein Seelöwe. Ein kleiner. Keine paar Meter vor uns döst er zwischen den Gräsern. Er hat uns noch nicht entdeckt. Ich stelle meine Kamera ein, gehe ein paar Meter auf ihn zu. Immer mit dem Hintergedanken dass Mama Seelöwe um die Ecke kommen, oder das Kind aufwachen könnte. Das sieht aber nicht so aus, scheint er doch einen sehr intensiven Traum zu haben. Er dreht sich, hebt ein paar mal seine Flossen bis er seinen Kopf komplett umdreht und jetzt kopfüber auf den Strand liegt. Ich fühle mich langsam etwas sicherer. Gehe näher ran.

Bin jetzt keine Armlänge von ihm entfernt. Ich hocke mich hin. Will gerade die Kamera anlegen als er seine Augen öffnet. Ich traue mich nicht mich zu bewegen. Er schaut mich an. Ich schaue ihn an. Und er … schließt sein Auge einfach wieder. Krass. Ich bin wohl keine Gefahr. Weiß nicht ob ich das als Kompliment nehmen soll oder nicht, bis mir der Grund dafür einfällt: Ich bin vom Sternzeichen auch ein Löwe. Und wir Löwen kommunizieren unterbewusst miteinander!

Mit dem Wissen kann ich leichter meine Fotos schießen. Und als würde der kleine Seelöwe mich unterstützen wollen, räkelt er sich munter weiter. Reißt sein Maul auf. Zeigt mir seine ehrfürchtigen Zähne. Ich weiß jetzt, wieso der kleine ein Löwe ist…
Ich spüre das verlangen ihn zu streicheln. Ich müsste nur meine Hand ausstrecken und würde ihn schon berühren. Will mich an ihn kuscheln – so süß ist er. Aber sein ständiges aufblinzeln und das damit verbundene abchecken ob ich immer noch ungefährlich bin, lässt mich meine Knuddellust vergessen. Lasse den kleinen jetzt lieber in Ruhe. Mein Erlebnis und die Fotos habe ich. Schönen Tag dir!

 

Und weil du bis hierhin durchgehalten hast, gibt es für dich noch ein Video, das zeigt wie wirklich erwachsen wir sind!

Anton Neubert
Anton Neubert
wurde 1998 in der Main Metropole Frankfurt geboren. Er liebt es zu reisen und zu fotografieren. Seit Anfang 2017 bloggt er über seine Neuseeland Reise und über verlassene Orte, welche ihn besonders in seinen Bann ziehen.

4 Kommentare

  1. marianne sagt:

    Gut, dass Du auch ein Löwe bist, sonst hätte er Dich verspeist.
    Toller Bericht, tolles Video

  2. Emil Neubert sagt:

    Was hab ich da nicht verstanden? Wie kommst du von MC Donald zum Feld???

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