Das perfekte Handy
1. April 2018
Ich bin zu Hause angekommen || Neuseeland #028
13. April 2018

01.04.

Ob ich weiß was ich jetzt beruflich machen will? Beantwortet dir vielleicht das Video 😉

 

02.04.

Wir fahren auf einer Straße im Outback. Vor uns schleicht ein anderer Campervan. Bevor ich allerdings noch eine Gelegenheit bekomme zu überholen, erspähe ich einen weißen SUV, der am Horizont mit Warnblinkern auf der Gegenfahrbahn steht. Auf unserer Spur steht ein Mensch. Winkt äußerst hektisch mit den Händen und signalisiert uns vor der Kurve anzuhalten. Er erzählt dem Auto vor uns etwas, bevor er rennend in einem Haus verschwindet.

Ich will wissen warum wir hier vor der Kurve die Straße blockieren, mache den Motor aus und steige aus. Will eigentlich das Auto vor uns fragen warum wir anhalten während ich es schon sehe: Hinter der Kurve liegt ein Kleinwagen auf der Seite. Kann nur gerade ganz frisch passiert sein. Ich gehe zum Auto zurück, schalte die Warnblinker an und lenke die Räder richtung Straßengraben. Längere Geschichte.

Ich beeile mich jetzt zu dem verunglückten Auto zu kommen. Frage, ob ich helfen kann. Schaue, dass keiner verletzt ist und Polizei/Rettungsdienst verständigt wurden. Check. Frage noch kurz, ob ich sonst irgendetwas gutes tun kann; Essen, Trinken… Kann ich nicht. Ich verabschiede mich von den Verunglückten. Ich gehe zurück zum Auto und folge meinen Gedanken.

03.04.

Tunnel, Höhlen, ein Spaziergang und die Stadt Hokitika. Wir entspannen heute noch ein wenig, bevor wir morgen 5-10 Tage arbeiten, ohne dafür Geld zu bekommen. Das wird so aussehen, dass wir auf einer Farm ca. 4 Stunden am Tag aushelfen und dafür eine Unterkunft und Essen bezahlt bekommen.

In diesem Fall können wir sogar auch noch Spaß haben. Schwere Maschinen fahren, reiten, schießen oder grillen. Also ein echt faires Angebot. Mal schauen ob das morgen auch so gut bleibt wie es klingt 🙂

04.04.

10 Uhr. Wir frühstücken zusammen mit Charli. Sie ist 27 Jahre alt und betreibt mit ihrem Mann Logan eine 400 Rinder große Farm.
Wir starteten unsere 4 Stunden mit Holz hacken. Beziehungsweise legten wir das Holz unter eine Maschine, die das Holz dann spaltete sodass wir es auf einen Anhänger werfen konnten. Feuerholz soll das mal werden.

Ein warmes Mittagessen und Taccos zum Abendessen. Ein eigenes Zimmer, Bad, WLAN und das Angebot, uns so viele Filme runterzuladen wie wir wollen.

Es ist jetzt kurz nach 21 Uhr. Wir steigen zu Logan in seinen Pick-Up. Neben mir steht im Fußraum ein Scharfschützengewehr. Er drückt mir Munition in die Hand. Munition, die so lang ist wie mein Zeigefinger. Wir gehen auf Hirschjagd. Fahren über Stock und Stein. Logan schaltet das Licht des Pick-Up’s aus. Holt einen Suchscheinwerfer raus, der sogar die Scheinwerfer jeder Feuerwehr übertrifft und Kilometerweit alles hell erleuchtet. Plötzlich erspäht er drei Hirsche. Wir steigen aus, er gibt mir ein großes Messer in die Hand und wir laufen los. Wieder über Stock und Stein mitten in die tiefste Dunkelheit. Irgendwann legt Logan das Gewehr an … und … nimmt es wieder runter. Die Hirsche sind weg. So weg, dass wir auch den restlichen Abend keine mehr finden.

05.04.

Logan machte uns beim Mittagessen darauf aufmerksam, dass wir einen Platten haben. Hinten links. Während wir zusammen den Reifen also wieder aufpumpen stelle ich fest, dass wir absolut kein Profil mehr haben. Hinten links und vorne links. Und da wir bald durch den Neuseeländischen TÜV müssen, kombiniere ich rattenscharf, dass es wahrscheinlich besser ist, sich einfach zwei neue Reifen zu besorgen.
Keine 3 Stunden später haben wir also zwei brandneue Reifen. 250$. Ein angemessener Preis.

Wir haben Besuch von zwei Amerikanern. Sie sehen genauso aus, wie du dir Amerikaner vorstellst. Eine schöne Schokoglasur auf Teig… okay. Sollte das Scherzen lassen. Nein, sie haben die typischen Vollbärte, tragen verdreckte Kappen und… jagen! Sind extra deswegen in Neuseeland. Das Gesprächsthema beim Abendessen drehte sich also nur um eins: Wo heute die besten Hirsche zu jagen sind.

Eigentlich wollten wir wieder mit auf Jagd. Bis die Männer anfingen, viel Bier und Gras zu konsumieren. Denn zwischen Männern mit geladenen Waffen rumrennen, die nicht mehr 100% zurechnungsfähig sind … Muss nicht sein. Dass die Jagd auch erst nach Mitternacht losgehen sollte, trug natürlich absolut gar nicht zu unserer Entscheidung bei. Wirklich!

06.04.

Wir fahren fast permanent nur noch Quad. Und weil der Boden hier stellenweise sehr matschig ist musste ich es natürlich direkt übertreiben, und driften. Ich denke ich brauche nicht zu erwähnen, dass ich das Quad kurzzeitig auf zwei, statt vier Rädern gefahren bin. Hehe.

Naja, aber ansonsten flicken wir die Straße ein bisschen mit Schotter, helfen beim melken der Kühe oder fällen Bäume um wieder Feuerholz zu spalten. Können uns definitiv nicht beschweren, macht tierisch Spaß!

 

NEU: Ab sofort gibt es am Ende jedes Blogs immer eine Karte, wo wir uns am letzten Tag gerade befinden. Cool, oder?

Anton Neubert
Anton Neubert
wurde 1998 in der Main Metropole Frankfurt geboren. Er liebt es zu reisen und zu fotografieren. Seit Anfang 2017 bloggt er über seine Neuseeland Reise und über verlassene Orte, welche ihn besonders in seinen Bann ziehen.

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